Schachfreunde Heilbronn-Biberach 1978 e.V.

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DVMM 2013

DMM U10 2013 in Magdeburg
Bericht von Dimitrios Triantafillidis

Bereits zum 4. Mal hintereinanander stellten wir ein 4er Team für eine Deutsche Mannschaftsmeisterschaft (DVM). Nachdem in den Jahren 2010 unsere U14w Mädels und im vergangenem Jahr die U12er an den Start gingen, durften in diesem Jahr – wie in 2011 auch- die Kleinsten, die U10er an den Start gehen. Ausgetragen wurde die DVM in Magdeburg, Spielort war das 4-Sterne-Hotel Maritim. Ein „Riesenoschi“ (so ein Zitat eines unserer Jungs), der schon beim Anblick die Münder zum Staunen offen ließ. Aber nicht nur der erste Eindruck war top, sondern das Hotel bot traumhafte Turnierbedingungen: ein sehr großer Saal, bei dem auch wirklich jeder Spieler der 50 (in Worten: fünfzig! Ihr habt richtig gelesen) Mannschaften Platz hatte.

 

 

 

1. Tag
Bereits morgens um 5 klingelte bei den meisten der Wecker, da unser Zug bereits um 6:40Uhr auf uns wartete. Nach dreimaligem Umsteigen (hört sich schlimmer an, als es am Ende war) erreichten wir um 12Uhr den Hauptbahnhof in Magdeburg. Da das Hotel nur 5 Minuten zu Fuß von dort aus zu erreichen war, kamen wir sehr pünktlich und wirklich entspannt an, sodass wir noch ein sehr gemütliches Mittagessen einnehmen konnten, bevor die erste Runde um 15:15Uhr begann.
Bei 50 Mannschaften lagen wir in der Setzliste auf dem 18.Rang. Doch bei der U10 ist die Mannschafts-Durchschnitts-DWZ nicht sehr aussagekräftig, da bekanntermaßen die Kids in dem Alter sehr sprunghaft in ihren Leistungen sind. Hier ist die Tagesform eine sehr große Unbekannte.

Unsere Biberacher Talente gingen mit folgender Aufstellung an den Start:

Brett 1: Simeon Triantafillidis
Brett 2: Antonio Melzig
Brett 3: Robin Gerold
Brett 4: Elia Dittmar

Ersatzspieler: Fabian Gerold (der sich bereit erklärte – falls mal jemand ausfallen sollte- zu spielen.)

In der ersten Runde wurde uns mit dem SC Oberland 2 ein, vom Papier her „machbarer“ Gegner zugelost, und die Jungs gingen auch sehr konzentriert zu Werke. An allen Brettern wurde ein solider  Vorteil erarbeitet, sodass Betreuer Dimi sehr erleichtert den Spielsaal zu einer kleinen Pause verlassen konnte. Anders als bei den höheren Altersklassen, beschränkt sich die Aufgabe des (Erwachsenen) Mannschaftsführer bei der U10 lediglich auf das betreuen der Kinder vor und nach den Partien. Es ist hier also nicht erlaubt, durch Remisangebotsempfehlungen aktiv in den Mannschaftskampf einzugreifen. Diese Regelung ist bei der U10 durchaus sinnvoll, sollen die Kinder in diesem Alter doch in erster Linie Schach spielen, und sich nicht mit taktischen Überlegungen ihrer Trainer/Betreuer konfrontiert sehen. 

 

Für die Nerven der Betreuer ist das definitiv ebenso von Vorteil – wenn man es richtig macht: nämlich einfach warten, bis die Partien fertig sind und sich dann das Ergebnis sagen lassen. Denn nachdem sich Dimi nach seiner kleinen Pause wieder den Brettern zuwandte, hatte sich das Bild schlagartig geändert: Elia hatte auf einmal einen Läufer weniger, Robin stellte in diesem Moment seinen Turm einzügig ein, Antonio fehlten 2 Bauern, und Simeon musste sich (trotz Figurenvorteil) einem sehr gefährlichen Mattangriff erwehren. Es grenzt also manchmal schon an Körperverletzung, was die Kinder da ihren Betreuern von Zeit zu Zeit antun. Doch glücklicherweise passieren Fehler auf beiden Seiten der Bretter und das Glück wandte sich zu unseren Gunsten. Elia zauberte irgendwie noch ein Remis aus der Stellung, Robin´s Gegner gab in einer völligen Remisstellung (ungleichfarbige Läufer) aus dem Nichts auf, Antonio brachte seinen Bauern durch, und Simeon gewann am Ende doch noch souverän zum sehr schmeichelhaften 3,5-0,5 Auftaktsieg. Das hätte ebenso andersrum ausgehen können.

In der 2. Runde bekamen wir es mit den 6.der Setzliste, und klaren Favoriten, der TUS Ende, zu tun. Doch Robin und Elia schienen Zaubertrank getrunken zu haben. Bestes Schach und 2 wunderschöne Siege waren der Lohn für konzentriertes Arbeiten am Brett. Bereits nach 40 Minuten stand es also schon 2-0 für uns. Doch Simeon und Antonio mussten gegen jeweil stärkere Gegner spielen. Bei dem Spielstand boten beide zunächst einmal Remis, was natürlich abgelehnt werden musste. Leider verloren beide Biberacher knapp (Antonios Gegner setzte ihn mit 1:39min auf der Uhr matt). Der 2-2 Endstand war am Ende aber gerecht.

 

 

 

Hungrig fielen wir dann am Abend noch in den nahegelegenen McDonalds ein. Dieses „Gelage“ hatten sich unsere Jungs allerdings redlich verdient. Um 21:30Uhr war dann aber „Schicht im Schacht“ und müde fielen wir alle ins Bett.
 
2.Tag
Heute warten 3 anstrengende Partien auf uns. Durch den guten gestrigen Start mussten wir erneut gegen starke Gegner spielen. Lübecker SV hieß unser erster Gegner, der an Platz 8 der Setzliste stand, und somit klar favorisiert war. Um es kurz zu machen:. Wir verlolen deutlich mit 0-4 doch so deutlich das Ergebnis auch aussah, die Partien waren hart umklämpft, und mind. 2 Punkte wären drin gewesen. Simeon übersah nach gutem Start einen Figurengewinn und anschließend einen satten Turmgewinn. Die Partie wurde danach verloren. Mehr als ärgerlich.  Antonio hatte eine Figur mehr, tauschte aber innerhalb von 3 Zügen zwei mal falsch ab, ermöglichte seinem Gegner somit einen gedeckten Freibauern, und verlor dann ebenfalls. Robin und Elia verloren leider relativ schnell, so dass dieses 0-4 am Ende auch die Einzelleistungen widerspiegelte.

 

 

In der 4.Runde wollten wir es besser machen, und es gelang zumindest zeitweise:
Konzentriert ging es gegen Braunschweig zu Werke und Robin gelang ein schnelles 1-0. Nachdem Elia kurze Zeit später verlor, konnte Simeon uns wieder mit 2-1 in Führung bringen. Damit hätte ein Remis Antonios zum Sieg gereicht. Doch leider stellte Antonio seine Dame ein, und die Partie ging verloren. Ein 2-2 der ärgerlichen Art.

 



Durch dieses 2-2 wurde uns nun ein „machbarer“ Gegner zugelost. Die SV Breitenworbis war auf dem 33.Setzlistenrang und somit waren wir favorisiert, was wir auch zeigten: Simeon legte wie der Teufel los und brachte uns mit 1-0 in Front. Kurz darauf gewann Elia seine Partie. Somit durfte Robin das Remisangebot sofort annehmen und wir konnten uneinholbar mit 2,5-0,5 in Front gehen. Antonio konnte also frei spielen, und nahm nach knapp 1,5h das Remisangebot seines Gegner ebenfalls an. Ein verdienter 3-1 Sieg.

Jetzt, nach drei harten Runden, hatten sich die Jungs das Freizeitprogramm redlich verdient: Ein vom Veranstalter ausgetragenes Fußballturnier in einer nahegelegenen Halle wurde von vielen Mannschaften angenommen und drei unserer Jungs konnten sich fast 3h austoben. Leider reichte es „nur“ zum 3.Platz in der Gruppe. Die anderen beiden Jungs gingen Schwimmen und konnten somit auch etwas für den körperlichen Ausgleich tun. Abends ging es auf Magdeburger Weihnachtsmarkt, bzw. zum Chinesen. Satt und müde war dann um zehn Uhr Zapfenstreich.

 

3.und letzter Tag
Es sollte ein denkwürdiger Tag werden, der allen wohl noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird. Wir mussten gegen die erste Mannschaft des Ausrichters Magdeburger Schachzwerge antreten, die in der Setzliste vor uns rangierten. Es sollte ein Wahnsinnsmatch werden: Simeon kam in eine seltene Variante der Preußischen Eröffnung, die 2 Bauern kostet, aber starken Entwicklungsvorsprung bedeutet. Robin stellte zwei Bauern ein und verlor als erster zum 0-1.

Simeon konnte geschickt seine Figuren platzieren und zum 1-1 ausgleichen. In der Zwischenzeit sah es bei Antonio und Elia gut aus. Antonio hatte eine Qualität mehr, und Elia hatte zwei Figuren gegen einen Turm mit deutlichem Stellungsvorteil. Doch unser Jüngster im Team konnte diesen Vorteil leider (noch) nicht nutzen und verlor zum 1-2. Jetzt hing es an Antonio, seine Gewinnstellung nach Hause zu schaukeln. Doch er kam in Zeitnot. Unerklärlicherweise schrieb er trotz nur 5 Minuten auf der Uhr seine Züge bis er nur noch 1Minute hatte, immer mit., was sich rächen sollte. Am Ende fehlte nicht viel, und der Herzinfarkt wäre gekommen: mit einer Sekunde zu wenig reichte es nicht mehr für den Mattzug, sodass Antonios Zeit ablief, und diese Partie Remis endete, der Mannschaftskampf aber leider dadurch mit 1,5 zu 2,5 verloren wurde.

Durch diese unnötige Niederlage rutschten wir auf Rang 23 zurück und mussten in der 7.und letzten Runde wieder gegen einen sogenannten machbaren Gegner spielen, bei dem wir deutlich favorisiert waren. Ein Sieg und wir würden uns wohl etwas über unserem Setzlistenplatz in der Endtabelle wiederfinden.

Doch dazu kam es nicht: Aufgrund vieler akuter Magen-Darm-Erkrankungen in den letzten beiden Tagen (Tendenz steigend), wurde der Start der 7.Runde zunächst um eine halbe Stunde verschoben, und das Gesundheitsamt hinzugezogen. Mindestens 30 Bretter blieben in dieser letzten Runde unbesetzt, und viele Betreuer hatte es auch erwischt, sodass richtigerweise zunächst die Beurteilung durch das Gesundheitsamt abgewartet werden sollte. Nach ca.30Minuten wurde mitgeteilt, dass das Turnier mit sofortiger Wirkung abgebrochen wird. Die Erkrankungen lassen auf eine Noro-Viren-Epidemie schließen, was einen Abbruch unausweichlich mache. Somit wurde die 7.Runde nicht gespielt.

Zur Epidemie noch folgende Links:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/schachturnier-in-magdeburg-abgebrochen-verdacht-auf-noroviren-a-941327.html

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/noroviren-verdacht-in-magdeburg-aid-1.3914982

http://www.focus.de/regional/magdeburg/gesundheit-schachturnier-wegen-verdachts-auf-viruserkrankung-abgebrochen_id_3510627.html

Offizielle Stellungnahme der DSJ:

http://www.deutsche-schachjugend.de/dvm13_abbruch_u10_u14_u14w.html

Schachliches Fazit:
Simeon musste zum ersten Mal die Rolle des ersten Brettes und des Mannschaftsführers übernehmen. Das mag vielleicht eine Erklärung sein, warum er in den beiden Verlustpartien einfache Dinge übersehen hat. In den anderen 4 Partien spielte er sehr gutes Schach und holte mit 4 Siegen für Biberach die meisten Brettpunkte.

Antonio spielte unter seinen Möglichkeiten. Ein Dameneinsteller und das Zeitnotremis in Runde 6 verhinderten eine höhere Punkteausbeute. Beeindruckend aber ist immer wieder zu sehen, wie Antonio seine Bedenkzeit nutzt. Daran könnten sich alle ein Beispiel nehmen.

 

Robin startete furios mit 2 Siegen. Danach ließ etwas die Konzentration nach. Robin spielt am Anfang und am Ende einer Partie noch zu schnell. Im Mittelspiel ist er mittlerweile richtig stark geworden. Noch ein bisschen mehr Fokus in die Eröffnung und etwas mehr Reife (kommt mit dem Alter) im Endspiel und Robin wird einen wahren Quantensprung machen. Ich freue mich schon drauf.

Elia war unser Jüngster. Eigentlich noch U8-berechtigt, zeigte auch Elia, dass er ältere Gegner nicht fürchtet Im Gegenteil: zwei schön herausgespielte Sieg zeigen sein Potenzial. Auch hier erwarten wir eine große Entwicklung in den nächsten Jahren.

Gesamtfazit:
Insgesamt waren es für die Jungs 3 wunderschöne Tage, an die sie hoffentlich noch sehr lange mit Freude zurückerinnern werden. Die Magdeburger Ausrichter haben wirklich eine tolle Meisterschaft ausgerichtet, an der es kaum etwas zu bemängeln gab. Das Ambiente und die Spielbedingungen waren traumhaft.

Auch das Verhalten bei der Krankheitsepidemie war vorbildhaft. Die Gesundheit der Spieler und der Betreuer hatten oberste Priorität, sodass die Entscheidung, das Turnier abzubrechen nur konsequent war. Es hat uns wohl einige Plätze gekostet, doch halten wir diese Entscheidung für richtig. Wir hoffen, auch im nächsten Jahr erneut eine U10 Mannschaft stellen zu können.

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Spiellokal
Grundschule Biberach,
Bibersteige 9,
74078 Heilbronn-Biberach,
2. Stock, Vereinseingang (neben Hallenbad)

Training:
Jugend mittwochs 18-19:30 Uhr, freitags 18-20 Uhr,
Erwachsene freitags ab 20 Uhr

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Dimitrios Triantafillidis (Jugendleiter)

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